"Kontrolliertes Trinken" - ein Geschäftsidee?

Zum Thema "Körkel - Zechen nach Plan" hat Klaus Habekost von unseren Braunschweiger Freunden eine sachliche und fundierte Stellungnahme im "Echo" sowie auf der Braunschweiger Homepage veröffentlicht. Dieser Stellungnahme schließe ich mich ausnahmslos an!!!

Bei der intensiven Durchsicht der körkelschen Internetseite sind mir darüber hinaus noch einige Details aufgefallen:

  1. Die Homepage ist sehr professionell gestaltet ! Webdesign und Logo (c) Boris Körkel!
    Das lässt für mich (ich bin selbst in der Werbung tätig) nur den Schluss zu:
    Werbung, Marketing und (zumindest) Internetvertrieb sind offensichtlich in Familienhand!

  2. Zu den Hinweisen, dass sein 10-Schritte-Programm nicht zur Behandlung der Trunksucht gedacht ist (Grundinformationen, Punkt 2) und sich nicht an alkoholabhängige Personen wendet und es nicht zur Erkennung, Beseitigung oder Linderung des Alkoholismus dient (10-Schritte-Programm, Einleitung) fühlt sich Professor Körkel nur aufgrund des Heilmittelwerbegesetzes (HWG, § 12) verpflichtet. So weist der Herr Professor auch (offenbar zähneknirschend) darauf hin, dass seine Homepage und er selbst nicht anti-abstinentorientiert seien!

    Eine Zwischenfrage sei erlaubt:

    Was, bitteschön Herr Professor, stellen Sie sich unter "Beseitigung oder Linderung des Alkoholismus" vor ?
    Auch der Gebrauch solcher Begriffe wie "Trunksucht" lassen nicht gerade auf eine fortschrittliche fachliche Kompetenz schließen! Das passt eher ins Mittelalter!

  3. Hat Professor Körkel bei seinen bestimmt nicht ehrenamtlichen Tätigkeiten als eigentlich noch Zeit, an der Ev. Fachhochschule Nürnberg Vorlesungen zu halten ?

    Erledigen dieses, wie bekannterweise bei anderen ähnlich vielbeschäftigten Professoren auch, Assistenten und kassiert er nur sein Gehalt?

    Kennen seine Studenten ihn überhaupt persönlich?

  4. Herr Professor Körkel scheint mir, alles in allem, eher Geschäftsmann, denn Wissenschaftler zu sein. Allein bei dem Versand des 10-Schritte-Programms per E-Mail bleiben 38,80 DM (- 2,9 Pfennig Versandkosten, ausdrucken muss man es sich selbst) pro Bestellung bei ihm hängen ! Ohne Risiko, Lieferung nur bei Vorkasse ! Man beachte auch das ausgeklügelte Bestellformular und die sich ständig wiederholenden Copyright-Hinweise!

Bleibt abschließend noch die Frage: Wem, abgesehen vom eigenen Profit, soll dieser
(m. E. unausgegorene) Unfug bei den (von Körkel selbst?) aufgestellten Einschränkungen nun wirklich helfen ?
Ich denke, bei dem übrig bleibenden Personenkreis tut es auch ein handfester Ehekrach, ein anständiger Anschiss vom Arbeitgeber oder ein vorübergehend auferlegtes Zufußgehen verbunden mit Flensburger Punkten und dem Griff ins Portemonnaie.

Übrigens, anlässlich eines Treffens von Betrieblichen Suchtkrankenhelfern aus verschiedenen Bundesländern im Dez. 98 in Nürnberg fielen uns die dort großzügig an fast jeder Straßenecke hängenden Werbe-Plakate für Vorträge von Körkel auf. Wir diskutierten schon damals dieses Thema und kamen zu folgendem Schluss:

Dipl.-Ing. Heinz Schulze, Stellv. Vorsitzender des Wolfenbütteler Freundeskreis e.V.