Suchtberatung für Spätaussiedler aus Osteuropäischen Ländern

Spätaussiedler aus Osteuropäischen Ländern unterliegen neben Integrationsschwierigkeiten auch anderen Belastungsfaktoren. Suchtmittelkonsum und -mißbrauch als ausweichendes Verhalten ist verbreitet und gefährdet zusätzlich die Integration und Bewältigung der anstehenden Probleme. Obwohl uns keine konkreten Statistiken vorliegen, ist davon auszugehen, daß die Suchtgefährdung und –abhängigkeit bei Spätaussiedlern groß ist.

Der Umgang mit Alkohol ist in den Herkunftsländern oft grundsätzlich anders als in Westeuropa. Es wird bei vielen passenden und unpassenden Gelegenheiten vor allem hochprozentiger Alkohol konsumiert. Bei vielen Konsumenten findet sich eine unkritische Haltung zu den Trinkgewohnheiten. Erschwerend wirkt sich aus, das in der ehemaligen Sowjetunion Alkoholabhängigen wenig Hilfe zukam, sie wurden eingesperrt. Daher auch das Mißtrauen vor Beratungsangeboten.

Das Braunschweiger Netzwerk zur Förderung der Integration von Spätaussiedlern und Zuwanderern hat sich damit befaßt, welche konkreten Maßnahmen erfaßt werden können, um Abhängigen und deren Angehörigen zu helfen. Nach Erkenntnissen des Netzwerkes, sind Selbsthilfegruppen und Suchtberatungsstellen kaum in der Lage auf die speziellen Problemlagen der Spätaussiedler einzugehen. Informationen über Beratungsangebote sind weitgehend unbekannt.

In Zusammenarbeit mit dem Beschäftigungsbetrieb der Stadt Braunschweig wird im Rahmen einer HZA (Hilfe zur Arbeit) ein/e Mitarbeiter/in mit dem Grundberuf der Psychologie oder Medizin oder Sozialarbeit/pädagogik mit russischen und deutschen Sprachkenntnissen gesucht. Die/der Mitarbeiter/in soll zunächst in der Lukas-Werk Suchthilfe gGmbH, Fachambulanz Braunschweig eingesetzt werden um entsprechende Erfahrungen sammeln und eingearbeitet werden zu können. Nach der Einarbeitung soll die /der Mitarbeiter/in Beratungen selber durchführen.

Die Mitarbeiter der Fachambulanz Braunschweig versprechen sich von diesem Projekt konkrete Hilfe für betroffene Spätaussiedler und deren Angehörige.

 


16.11.2002http://www.suchtkrankenhilfe.net/osteurop.htm
http://home.t-online.de/home/hbkost/sucht/osteurop.htm